Vor ungefähr 120 Jahren dehnte sich auf der Stelle von Johannesburg eine riesige Savannenlandschaft aus. Doch dann fand 1886 George Harrison auf der Farm Langlaagte das erste Gold.
Die Nachricht verbreitete sich schnell und so zog es Heerscharen von Goldgräbern von überall her, die ihr Glück suchten und es dauerte nicht lange, dass sich die Region am Witwatersrand zu einer riesigen Zeltstadt verwandelte. Ein regelrechter Goldrausch setzte ein, vor allem von der Kap-Kolonie und England kamen die Glücksritter. Daraufhin schickte die Regierung von Transvaal zwei Beamte, Johannes Joubert und Johannes Joubert, da in der Zeltstadt chaotische Zustände herrschten. Man wollte mit ihnen wieder Ruhe und normale Zustände herstellen.
Die beiden Männer sorgten für den Aufbau einer Ortschaft und nannten diese Johannesburg. Ein paar Jahre später hatte sich Johannesburg zur größten Stadt Südafrikas entwickelt, 1895 lebten hier mehr als 100.000 Menschen und 75.000 Minenarbeiter arbeiteten damals für die Goldminen. Allerdings drang der Ruf des Goldes auch bis nach England und Holland und Ende des 19. Jahrhunderts ließen sich die Briten und Holländer vom Goldrausch des Landes anstecken.
1899 begann der Burenkrieg, den letztendlich das Gold und die Gier danach, auslöste. Die Buren sind Nachkommen der holländischen Einwanderer, die sich im 17. Jahrhundert in Südafrika, vor allem in der Kap-Region, ansiedelten. Nachdem die Engländer 1902 den Krieg gewannen, errichteten sie Goldminen nach europäischem Muster und trugen einen großen Teil zur Industrialisierung des Landes bei, der einen riesigen Aufschwung mit sich brachte.
Durch den Zuzug der Weißen wurde 1910 die Südafrikanische Union ausgerufen. Von da an gab es eine strenge Rassenpolitik. Außerhalb der Stadt wurden Hütten errichtet, es entstanden ganze Barackensiedlungen, die man Townships nannte und in denen die schwarze Bevölkerung leben musste. In die Städte durften sie fortan nicht mehr ziehen. Ende der Vierziger übernahmen die Buren die Führung in der Union.
Mit den Bure wurde die Rassenpolitik weiter verschärft, man erklärte die Stadt Johannesburg zur ausschließlich weißen Zone – „der sogenannten „Whites only Area“.
Noch heute ist Johannesburg kommerzielles Zentrum des Goldhandels und wirtschaftliches und kulturelles Zentrum Südafrikas. Das Gold machte Johannesburg zu dem, was es heute ist. Deshalb heißt Johannesburg in der Zulusprache auch „eGoli“, Ort des Goldes.